Inhaltsverzeichnis:
- Was ist die Schroth-Methode genau?
- Für wen kommt die Schroth-Therapie infrage?
- Welche Rolle spielt die ärztliche Verordnung?
- Wie läuft eine Skoliosebehandlung nach Schroth in Flensburg ab?
- Was unterscheidet Schroth von klassischer Krankengymnastik?
- Welche Kosten kommen auf Familien zu?
- Worauf achten Eltern bei der Wahl einer Praxis für die Skoliosebehandlung nach Schroth in Flensburg?
- Häufige Fragen zur Skoliosebehandlung
- Autor
- Quellen
Wenn beim Kind oder beim Jugendlichen eine Skoliose festgestellt wird, ist das für viele Familien zunächst ein Schreck. Eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule mit Verdrehung der Wirbel klingt nach einer dauerhaft schweren Erkrankung — und tatsächlich ist Skoliose nach heutigem medizinischem Stand nicht im Sinne einer vollständigen Aufrichtung „heilbar". Was sich aber in vielen Fällen erreichen lässt: das Fortschreiten der Krümmung bremsen, die Beweglichkeit erhalten, die Körperhaltung verbessern und die Eigenwahrnehmung des Kindes stärken.
Die Schroth-Therapie ist seit über hundert Jahren etabliert und gehört in den internationalen SOSORT-Leitlinien zu den anerkannten konservativen Behandlungsverfahren bei Skoliose. Im norddeutschen Raum — und damit auch in Schleswig-Holstein — ist sie inzwischen breit verfügbar. Sie kann allein oder in Kombination mit anderen Maßnahmen wie einer Korsettversorgung verordnet werden. Welche Therapie im individuellen Fall angezeigt ist, entscheidet ausschließlich die behandelnde Orthopädin oder der Orthopäde — der Ratgeber hier ersetzt diese Entscheidung nicht, sondern hilft, sich vorab zu orientieren.
Eltern, die für ihr Kind eine Schroth-Therapie suchen, finden bei Praxis für Physiotherapie Funk in der Eckernförder Landstr. 2 in Flensburg eine barrierefreie Anlaufstelle. Die Praxis nimmt Patientinnen und Patienten aller Krankenkassen sowie Berufsgenossenschaften an, behandelt auch Privatversicherte und Selbstzahler und bietet bei medizinischer Notwendigkeit Hausbesuche an. Voraussetzung ist eine ärztliche Heilmittelverordnung.
Was ist die Schroth-Methode genau?
Die Schroth-Methode ist eine dreidimensionale physiotherapeutische Behandlungsform für Skoliosen. Sie wurde in den 1920er-Jahren von Katharina Schroth entwickelt — selbst an Skoliose erkrankt — und über drei Generationen Schroth-Familie weiterentwickelt. Heute ist sie international anerkannt und in den SOSORT-Leitlinien für nicht-operative Skoliosetherapie als evidenzbasierte Option aufgeführt. Eine seriöse skoliosespezifische Physiotherapie orientiert sich an diesen Leitlinien.
Der Begriff „dreidimensional" beschreibt das Grundprinzip: Eine Skoliose ist keine reine seitliche Krümmung, sondern verbindet drei Veränderungen — die seitliche Auslenkung, eine Verdrehung der Wirbel um die Längsachse und eine Veränderung der natürlichen Krümmungen in der Seitenansicht. Schroth adressiert alle drei Ebenen gleichzeitig. Folgende Bausteine prägen die Methode:
- Befund und Wahrnehmungsschulung: Betroffene lernen zunächst, die eigene Haltung wahrzunehmen — häufig mithilfe von Spiegeln, die das Krümmungsmuster sichtbar machen.
- Dreh-Winkel-Atmung: Eine speziell gerichtete Atemtechnik, die gezielt in die durch die Verdrehung eingeengten Brustkorb-Bereiche geleitet wird. Sie zielt darauf ab, den Brustkorb zu mobilisieren und die Atmungsfunktion zu unterstützen.
- Asymmetrische Übungen: Die Übungen sind nicht symmetrisch wie in der klassischen Gymnastik, sondern individuell auf das jeweilige Krümmungsmuster zugeschnitten — sie sollen die abgeschwächten Muskelpartien aktivieren und der Krümmung entgegenwirken.
- Korrekturhaltung: Eine aktive Korrektur-Position wird erarbeitet, die im Alltag eingenommen werden kann — zum Beispiel beim Sitzen, Stehen oder Gehen.
- Eigenübungen für zu Hause: Der Therapieerfolg hängt wesentlich vom regelmäßigen Üben außerhalb der Behandlungseinheiten ab. Eltern werden in der Regel angeleitet, das Kind beim häuslichen Üben zu unterstützen.
- Kombination mit anderen Maßnahmen: Bei stärker ausgeprägten Skoliosen wird Schroth häufig mit einer Korsettversorgung kombiniert — die Therapie und das Korsett ergänzen sich.
Für wen kommt die Schroth-Therapie infrage?

Ob eine Skoliosebehandlung nach Schroth in Flensburg im konkreten Einzelfall angezeigt ist, entscheidet immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt — typischerweise eine orthopädische Fachärztin oder ein orthopädischer Facharzt. Grundlage ist die Diagnose der Skoliose, in der Regel mit Bestimmung des sogenannten Cobb-Winkels per Röntgenaufnahme. Dieser Winkel beschreibt das Ausmaß der seitlichen Krümmung in Grad und ist ein zentrales Kriterium für die Therapieentscheidung.
Schroth wird in der Praxis bei sehr unterschiedlichen Patientengruppen eingesetzt. Die folgenden Konstellationen kommen besonders häufig vor — sie sind keine medizinische Indikationsliste, sondern eine Orientierung für betroffene Familien:
- Jugendliche mit adoleszenter idiopathischer Skoliose: Die häufigste Form der Skoliose tritt im Wachstumsalter zwischen 10 und 18 Jahren auf. Hier wird Schroth typischerweise verordnet — oft kombiniert mit Korsettversorgung bei stärkeren Krümmungen.
- Kinder mit früh auftretender Skoliose: Bei Skoliosen vor dem 10. Lebensjahr kommen altersgerecht angepasste Schroth-Konzepte zum Einsatz, sobald die Kinder die Übungen verstehen und mitarbeiten können.
- Erwachsene mit unbehandelter Jugend-Skoliose: Wer als Jugendliche/r keine Therapie erhalten hat und im Erwachsenenalter Beschwerden entwickelt, kann ebenfalls von einer Schroth-Therapie profitieren — das therapeutische Ziel verschiebt sich hier oft in Richtung Schmerzlinderung und Funktionserhalt.
- Senioren mit degenerativer Skoliose: Im höheren Lebensalter können bandscheibenbedingte Skoliosen entstehen. Auch hier kann die Schroth-Methode unterstützen — die Therapie wird dann typischerweise auf die individuelle Beweglichkeit und Belastbarkeit angepasst.
- Nach Operationen: Auch nach einer skoliosechirurgischen Versorgung kann Physiotherapie nach Schroth-Prinzip Teil der Nachbehandlung sein, wenn der Operateur dies vorsieht.
Welche Rolle spielt die ärztliche Verordnung?
Die Schroth-Therapie ist eine Heilmittelleistung und setzt eine ärztliche Heilmittelverordnung — also ein Rezept — voraus. Ausgestellt wird die Verordnung in der Regel durch den behandelnden Orthopäden, Hausarzt oder Kinderarzt. Ohne Verordnung kann die Behandlung nicht über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden; Selbstzahler-Leistungen sind grundsätzlich möglich, aber organisatorisch und finanziell eine eigene Entscheidung.
Die Verordnung enthält mehrere wichtige Informationen, die für den Ablauf in der Praxis maßgeblich sind. Eltern fragen sich oft, was genau auf dem Rezept stehen sollte. Eine grobe Orientierung:
| Angabe auf der Verordnung | Was sie bedeutet |
|---|---|
| Diagnose (mit ICD-10-Code) | Medizinische Begründung der Heilmittel-Notwendigkeit |
| Heilmittel (z.B. „KG-Skoliose") | Konkrete Therapie-Art — bei Schroth oft als „KG nach Schroth" oder allgemeiner „KG-Skoliose" verordnet |
| Anzahl Behandlungen | Häufig 6–10 Einheiten pro Serie, Wiederholung nach Bedarf möglich |
| Frequenz | Wie oft pro Woche behandelt werden soll (z.B. 1× oder 2× wöchentlich) |
| Ggf. Hausbesuch | Wenn die behandelte Person nicht zum Termin kommen kann |
| Therapieziel | Vom Arzt formuliertes Ziel der Behandlung |
Bei Jugendlichen in der Wachstumsphase verordnen Ärztinnen und Ärzte häufig längerfristig — über Monate oder Jahre — mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, in denen der Cobb-Winkel neu bestimmt und die Therapie angepasst wird. Bei Bedarf können sogenannte Langfrist-Verordnungen oder Blankoverordnungen mit dem Arzt besprochen werden.
Wie läuft eine Skoliosebehandlung nach Schroth in Flensburg ab?
Bei einer Skoliosebehandlung nach Schroth in Flensburg durchlaufen Patientinnen und Patienten typischerweise mehrere Phasen — von der ersten Befundung bis zum Übergang in eigenständiges Üben. Der genaue Ablauf hängt vom Alter, vom Schweregrad und vom Therapieziel ab; die folgende Übersicht zeigt das übliche Muster bei Jugendlichen:
Phase 1: Erstbefund und Anamnese (1 Termin)
Ausführliches Gespräch mit Kind, Jugendlichem oder Erwachsenem und — bei Kindern — den Eltern. Aufnahme der bisherigen medizinischen Befunde (Röntgen, Cobb-Winkel, Korsettversorgung), Funktionsuntersuchung, Bestimmung des individuellen Krümmungsmusters und Festlegung der Therapieziele in Absprache mit dem verordnenden Arzt.
Phase 2: Übungseinstieg (2–4 Termine)
Schrittweise Einführung in die Grundprinzipien der Schroth-Methode: Wahrnehmungsschulung am Spiegel, erste Korrekturhaltungen, Einführung in die Dreh-Winkel-Atmung. Erste asymmetrische Übungen, abgestimmt auf das individuelle Krümmungsmuster.
Phase 3: Vertiefung und Eigenübungen (mehrere Wochen)
Erweiterung des Übungsprogramms, Aufbau eines individuellen häuslichen Übungsprogramms. Eltern werden in dieser Phase typischerweise eingewiesen, um das Kind beim häuslichen Üben zu unterstützen. Übungsdauer zu Hause meist 15–30 Minuten pro Tag, je nach Alter und Befund.
Phase 4: Kontroll- und Folgeserien
Nach Abschluss der ersten Verordnung folgt eine ärztliche Kontrolle. Je nach Befund werden weitere Behandlungsserien verordnet, das Übungsprogramm wird angepasst und gegebenenfalls erweitert. Bei Jugendlichen in der Wachstumsphase erstreckt sich die Begleitung oft über mehrere Jahre.
Wichtig zu wissen: Die Behandlung in der Praxis ist nur ein Teil der Therapie. Der Erfolg hängt maßgeblich vom regelmäßigen Üben zu Hause ab. Eltern, deren Kinder die Schroth-Therapie ernst nehmen und konsequent üben, beobachten häufig schon nach wenigen Wochen eine verbesserte Haltungswahrnehmung — eine objektive Beurteilung des Therapieerfolgs erfolgt aber immer über ärztliche Verlaufskontrollen, nicht über subjektive Eindrücke.
Was unterscheidet Schroth von klassischer Krankengymnastik?
In vielen Hausarzt- oder Kinderarzt-Praxen wird zunächst „allgemeine Krankengymnastik" (KG) verordnet. Das ist nicht falsch — kann aber bei diagnostizierter Skoliose unter Umständen weniger gezielt wirken als eine spezifische Schroth-Behandlung. Eltern können beim verordnenden Arzt aktiv nach der Schroth-Methode fragen, wenn eine Skoliose festgestellt wurde — viele Ärztinnen und Ärzte stellen die Verordnung entsprechend aus, wenn die Familie das Thema anspricht. Folgende Unterschiede sind aus fachlicher Sicht relevant:
- Dreidimensionalität: Klassische KG arbeitet meist mit allgemeiner Kräftigung, Mobilisation und Schmerztherapie. Schroth adressiert gezielt die drei Ebenen der Skoliose-Verformung gleichzeitig.
- Asymmetrische Übungen: Während klassische KG häufig symmetrische Übungen verwendet, sind Schroth-Übungen explizit auf das individuelle Krümmungsmuster zugeschnitten — was bei Skoliosen oft entscheidend ist.
- Atemtechnik: Die Dreh-Winkel-Atmung gehört zum Kern der Schroth-Methode und wird in der klassischen KG nicht systematisch eingesetzt.
- Qualifizierung der Therapeuten: Schroth-Therapie erfordert eine spezielle Zusatzqualifikation. Nicht jede Physiotherapie-Praxis bietet sie an. Bei der Anfrage in einer Praxis lohnt sich die konkrete Nachfrage, ob die Therapeutinnen und Therapeuten zertifiziert sind.
- Behandlungsziele: Klassische KG hat oft kurzfristige Ziele (Schmerzlinderung, Beweglichkeit), Schroth ist auf langfristige Haltungs- und Funktionsverbesserung ausgelegt — was bei einer chronischen Erkrankung wie Skoliose besser passt.
- Eigenaktivität: Schroth setzt stärker auf das eigenständige Üben zu Hause als klassische KG. Das stellt höhere Anforderungen an die Patientenmitarbeit — gerade bei Jugendlichen ein Thema, das Eltern bewusst sein sollte.
Welche Kosten kommen auf Familien zu?
Bei vorliegender ärztlicher Verordnung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Heilmittelleistung Schroth-Therapie nach geltendem Heilmittelkatalog. Für Familien fällt typischerweise nur die gesetzliche Zuzahlung an — zehn Prozent der Behandlungskosten plus zehn Euro pro Verordnung, sofern keine Befreiung vorliegt. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren entfällt die Zuzahlung in den meisten Fällen.
Bei Privatversicherung gelten die jeweiligen Tarifbestimmungen — die Erstattung erfolgt nach Heilmittelpositionsnummern. Selbstzahler-Tarife sind ebenfalls möglich; konkrete Preise auf Anfrage. Verbindliche Auskunft zur Kostenübernahme gibt die jeweilige Krankenkasse oder Privatversicherung.
| Versorgungsweg | Was Familien typischerweise zahlen |
|---|---|
| Gesetzliche Krankenkasse, Kind unter 18 | In der Regel keine Zuzahlung |
| Gesetzliche Krankenkasse, Erwachsene | 10 % Zuzahlung + 10 € Verordnungsgebühr (Befreiung möglich) |
| Private Krankenversicherung | Erstattung nach Tarif; ggf. Vorleistung durch die Familie |
| Selbstzahlung | Nach Praxis-Tarif; Anfrage in der Praxis |
| Hausbesuch (zusätzliche Verordnung) | Gesonderte Verordnung notwendig; Kostenübernahme prüft die Kasse |
Wichtig: Die Wahl einer guten Praxis sollte nicht primär über den Preis erfolgen, sondern über die fachliche Qualifikation der Therapeutinnen und Therapeuten. Bei einer Heilmittelleistung sind die Preise im GKV-Bereich ohnehin weitgehend einheitlich vorgegeben — entscheidend ist die Qualität der Behandlung.
Worauf achten Eltern bei der Wahl einer Praxis für die Skoliosebehandlung nach Schroth in Flensburg?

Eltern haben verständlicherweise hohe Ansprüche an die behandelnden Therapeutinnen und Therapeuten, bei denen ihr Kind oder ihr Jugendliche/r eine langfristige Schroth-Therapie absolvieren soll. Die folgenden Kriterien helfen bei der Orientierung — sie ersetzen keine persönliche Praxisbesichtigung und kein Erstgespräch, geben aber Anhaltspunkte:
- Schroth-Zertifizierung: Nach der Schroth-Zusatzqualifikation der behandelnden Therapeutinnen und Therapeuten fragen. Die Qualifikation ist mehrwöchig und wird von anerkannten Instituten vergeben.
- Praxis-Atmosphäre für Kinder: Gerade bei längerer Behandlung über Monate und Jahre ist es wichtig, dass sich das Kind in der Praxis wohlfühlt. Ein freundliches Erstgespräch und altersgerechte Kommunikation sind gute Indikatoren.
- Ausstattung: Spiegel zur Selbstwahrnehmung, geeignete Übungsgeräte (zum Beispiel Sprossenwand), ausreichend Platz für Bewegungsübungen sollten vorhanden sein.
- Erreichbarkeit: Bei langfristiger Therapie spielt die Anfahrt eine Rolle — gut erreichbare Praxen reduzieren den Aufwand für die Familie. Die Praxis ist barrierefrei und mit den Buslinien 12, 14 und 15 erreichbar; Parkplätze sind direkt vor dem Haus vorhanden.
- Termine und Wartezeiten: Bei Schroth-zertifizierten Praxen können Wartezeiten für die Erstbehandlung anfallen. Telefonische Anfrage und ehrliche Auskunft zur Verfügbarkeit sind ein gutes Zeichen.
- Zusammenarbeit mit dem verordnenden Arzt: Eine gute Praxis hält Rücksprache mit dem behandelnden Orthopäden, wenn der Befund eine Anpassung der Therapie nahelegt — und dokumentiert die Behandlung sorgfältig.
- Eltern-Einbeziehung: Bei Kindern sollte die Praxis Eltern aktiv in das häusliche Übungsprogramm einbeziehen — das ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal.
Häufige Fragen zur Skoliosebehandlung
Was ist die Schroth-Methode?
Die Schroth-Methode ist eine dreidimensionale physiotherapeutische Behandlungsform, die in den 1920er-Jahren von Katharina Schroth entwickelt wurde. Sie kombiniert spezielle Atemtechniken, gezielte Körperhaltungs-Korrekturen und individuell abgestimmtes Muskeltraining. Die Methode wird heute international zur konservativen Skoliosebehandlung eingesetzt und ist in den SOSORT-Leitlinien für nicht-operative Skoliosetherapie als anerkannte Maßnahme aufgeführt.
Für wen kommt die Schroth-Therapie infrage?
Die Schroth-Therapie kann bei Skoliosen verschiedener Schweregrade eine Behandlungsoption sein — von leichten Befunden bis zu deutlichen Krümmungen. Ob sie im Einzelfall geeignet ist, entscheidet immer der behandelnde Orthopäde anhand der Diagnose, des Cobb-Winkels und weiterer individueller Faktoren. Häufig wird sie bei jugendlichen Patientinnen und Patienten in der Wachstumsphase eingesetzt, aber auch bei Erwachsenen mit chronischer Skoliose.
Brauche ich eine ärztliche Verordnung?
Ja. Physiotherapie nach Schroth ist eine Heilmittelleistung und setzt eine ärztliche Heilmittelverordnung (Rezept) voraus — in der Regel ausgestellt vom Orthopäden, Hausarzt oder Kinderarzt. Ohne diese Verordnung kann die Behandlung nicht über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden.
Wie läuft eine Schroth-Behandlung typischerweise ab?
Eine Schroth-Behandlung beginnt mit einer ausführlichen Erstanamnese und einer Bewegungsanalyse. Die Therapeutin oder der Therapeut erarbeitet auf Basis der Diagnose und der individuellen Krümmungsmuster ein Übungsprogramm, das in den Folgesitzungen unter Anleitung trainiert und schrittweise erweitert wird. Wichtig ist die regelmäßige Übung zu Hause; ohne diese Eigenaktivität bleibt der therapeutische Effekt begrenzt.
Wer trägt die Kosten?
Bei vorliegender ärztlicher Verordnung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Heilmittelleistung; es fällt die übliche gesetzliche Zuzahlung an (zehn Prozent der Behandlungskosten plus zehn Euro pro Verordnung; Befreiungen unter bestimmten Voraussetzungen möglich). Privatversicherte und Selbstzahler rechnen nach Heilmittelpositionsnummern ab. Verbindliche Auskunft gibt die jeweilige Krankenkasse.
Wie viele Behandlungen sind sinnvoll?
Das hängt vom individuellen Befund ab und wird vom verordnenden Arzt festgelegt. Häufig werden Serien von sechs bis zehn Behandlungen verordnet, die bei Bedarf wiederholt werden können. Bei Kindern und Jugendlichen in der Wachstumsphase ist eine längerfristige Betreuung über Monate oder Jahre üblich.
Was unterscheidet Schroth von klassischer Krankengymnastik?
Die Schroth-Therapie ist speziell auf die dreidimensionale Natur der Skoliose ausgerichtet: Sie berücksichtigt die seitliche Krümmung, die Wirbeldrehung und die Veränderungen im Brustkorb gleichermaßen. Klassische Krankengymnastik arbeitet allgemeiner mit Kräftigung, Mobilisation und Schmerztherapie. Bei diagnostizierter Skoliose ist die Schroth-Methode deshalb in vielen Fällen die gezieltere Wahl, sofern der Arzt sie verordnet.
Kann die Therapie eine Operation ersetzen?
Eine pauschale Aussage dazu ist nicht möglich. Die Schroth-Therapie ist eine konservative Maßnahme; ob eine Operation in einem bestimmten Fall notwendig wird oder vermieden werden kann, hängt von vielen Faktoren ab — etwa dem Krümmungsgrad, dem Alter und der Progressionsgeschwindigkeit. Diese Einschätzung trifft ausschließlich die behandelnde Orthopädin oder der Orthopäde.
Ab welchem Alter ist die Therapie sinnvoll?
Schroth wird häufig ab dem späten Grundschulalter oder ab Beginn der Adoleszenz eingesetzt, sobald die Patientin oder der Patient die Übungen verstehen und selbständig mitarbeiten kann. Für jüngere Kinder gibt es altersgerecht angepasste Konzepte. Die Eignung im Einzelfall klärt der Kinder- oder Jugendmediziner gemeinsam mit dem Orthopäden.
Werden Hausbesuche angeboten?
Bei eingeschränkter Mobilität sind Hausbesuche grundsätzlich möglich. Voraussetzung ist eine entsprechende ärztliche Verordnung für den Hausbesuch zusätzlich zur Verordnung der Therapie. Die Praxis nimmt Versicherte aller Krankenkassen und Berufsgenossenschaften an, behandelt auch Privatpatientinnen und -patienten sowie Selbstzahler. Anschrift: Eckernförder Landstr. 2 in Flensburg.
Welche Korsettversorgung wird parallel verordnet?
Bei stärker ausgeprägten Skoliosen in der Wachstumsphase verordnen Orthopäden häufig zusätzlich ein Korsett (zum Beispiel ein Chêneau-Korsett). Korsett und Schroth-Physiotherapie werden in der Praxis oft kombiniert, weil sie unterschiedliche Aspekte adressieren. Welche Versorgung im Einzelfall angezeigt ist, entscheidet ausschließlich der behandelnde Arzt.
Wo finde ich Skoliosebehandlung nach Schroth in Flensburg?
In Flensburg bietet unter anderem die Physiotherapie-Praxis Funk in der Eckernförder Landstr. 2 die Behandlung nach Schroth an. Die Praxis ist barrierefrei zugänglich und mit den Buslinien 12, 14 und 15 erreichbar. Termine werden nach ärztlicher Verordnung vereinbart.
Hinweis zur Nutzung dieses Ratgebers
Dieser Ratgeber dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die hier dargestellten Inhalte beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen keine medizinische Beratung im Sinne des Heilmittelwerbegesetzes dar. Es werden keine Heilversprechen abgegeben; die Wirksamkeit einer Therapie kann im Einzelfall nicht vorhergesagt werden.
Konkrete Fragen zur Diagnose, zur Therapieauswahl, zur Verordnung und zur Prognose sind ausschließlich mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zu klären. Bei Verdacht auf eine Skoliose ist eine fachärztliche Untersuchung (in der Regel beim Orthopäden) der erste Schritt. Die im Ratgeber genannten Behandlungsabläufe, Verordnungsregeln und Kostenmodelle sind unverbindliche Orientierungswerte; verbindliche Auskunft geben die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie die jeweilige Krankenkasse.

Jetzt klicken und direkt mehr über „Physiotherapie Nina Funkt" in Flensburg erfahren


